Die USA entführen Staatspräsident Nicolás Maduro, um sich die venezolanischen Öl-Ressourcen zu sichern
Wenn Politik und Öffentlichkeit in Deutschland ernst nähmen, was sie seit Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 predigen, dann ist klar, welche Position sie nach dem Überfall der USA auf Venezuela[1] vertreten müssten: »Das Völkerrecht muss verteidigt werden. Alle Beziehungen zu den USA müssen gekappt, Wirtschaftssanktionen gegen das Trump-Regime verhängt und der Widerstand der Venezolaner mit Waffenlieferungen unterstützt werden.«
Doch selbstverständlich wird keine dieser Forderungen zu hören sein. Dabei ähnelt der Überfall der USA auf Venezuela erschreckend dem, was Putin 2022 in der Ukraine vorhatte. Ein Land, das sich aus dem eigenen Machtbereich entfernt hatte, soll durch einen Regime Change zurückgeholt werden. Da der Wechsel mit politischen und medialen Mitteln nicht gelingt, überfällt man das Land und nimmt den Präsidenten als Geisel.
Wer die Entführung Maduros als »Festnahme« verharmlost, macht sich zum Komplizen des mörderischen Trump-Projekts.
Dass den USA das im Fall von Venezuelas Staatspräsident Nicolás Maduro gelang, eine ähnliche russische Operation gegen Wolodymyr Selenskyj jedoch scheiterte, liegt einzig und allein daran, dass hinter der Ukraine eine ernstzunehmende imperiale Macht stand. Hinter Venezuela hingegen steht keine militärische Macht. Und deswegen könnte der Krieg der USA gegen Venezuela relativ schnell beendet sein. Irgendeine eine prowestliche Marionetten-Regierung oder irgendwelche korrupten Militärs werden sich finden lassen.
Über Venezuela könnte man an dieser Stelle vieles sagen: dass die bolivarianische Revolution Anfang der 2000er Jahre wichtige sozialpolitische Verbesserungen brachte, aber auch bald an den Strukturen der Erdöl-Ökonomie scheiterte. Dass auf den populären Hugo Chávez ein deutlich weniger populärer Nicolás Maduro folgte, unter dem die Korruption florierte und die sozialen Errungenschaften wieder verloren gingen. Und dass es nicht wenige Chavistas in Venezuela gab, die sich bis vor kurzem selbst einen Regierungswechsel wünschten.
Aber all das spielt keine Rolle mehr. Denn den USA und ihren europäischen Verbündeten geht es nicht um die Demokratie eines, wie es Donald Trump gerne ausdrückt, tropischen »Shithole-Landes«, sondern allein um die Bodenschätze Venezuelas[2] und die Kontrolle eines geopolitischen Raums, der sich in den vergangenen Jahrzehnten Richtung China[3] orientierte. Wer die Entführung Maduros als »Festnahme eines umstrittenen Staatschefs« und die US-amerikanische Aggression als »Spannungen zwischen Caracas und Washington« verharmlost, macht sich zum Komplizen des mörderischen Trump-Projekts. Was man Teilen der Linken 2022 – in einigen Fällen durchaus berechtigt – vorwarf, nämlich »Putin-Versteher« zu sein, fällt nun auf die liberale Öffentlichkeit selbst zurück. Mit Krieg und Gewalt haben sie kein Problem. Hauptsache, die eigene »Wirtschaft« wird nicht beschädigt.
Deutlich wird an diesem düsteren Tag somit auch, wie untrennbar Faschismus und Imperialismus miteinander verknüpft sind. Der Kern von Trumps Projekt ist die Aufrechterhaltung der eigenen Vormachtstellung mit terroristischen Mitteln – nach außen und innen. Mit dem Militärapparat raubt man sich weltweit die natürlichen Ressourcen zusammen. Mit dem rassistischen Grenzregime hält man jene Menschen außen vor, die von Ungleichheit, Gewalt und Zerstörung in Bewegung gesetzt werden. Trumps Operation ist eine Ansage, dass nun eine faschistische Epoche angebrochen ist.
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Schon 2022 gab es gute Gründe, gegen einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf die Straße zu gehen. Doch heute gilt das noch ungleich mehr. Anders als Russland sind die USA ein Verbündeter Europas. Der ganze europäische Diskurs orientiert sich am US-amerikanischen Vorbild. Und außerdem hat sich wieder einmal gezeigt, dass kein Staat für den Weltfrieden so gefährlich ist wie die bis an die Zähne bewaffneten USA.
Antiamerikanisch wäre es, die einfachen Menschen in den USA dafür verantwortlich zu machen. Darum jedoch geht es nicht. Nicht die unteren Klassen in den USA, sondern der ökonomische und militärische Machtapparat des US-Staats ist das Problem.
Links:
- https://www.nd-aktuell.de/artikel/1196557.lateinamerika-us-staatsstreich-in-venezuela-washington-nimmt-maduro-gefangen.html
- https://www.nd-aktuell.de/artikel/1196550.usa-lateinamerika-trump-sieht-chinas-vormarsch-als-bedrohung.html
- https://www.nd-aktuell.de/artikel/1196344.usa-und-venezuela-kanonenbootdiplomatie-made-in-washington.html
- Donroe-Doktrin: Trumps Angriff auf Venezuela .... (isw-Dokument)
Quelle: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1196558.usa-venezuela-trumps-moerderischer-staatsterrorismus.html
Expräsident von Honduras nach Trumps Begnadigung frei
Washington/Tegucigalpa. US-Präsident Donald Trump hat eine angekündigte Begnadigung wahr gemacht, wodurch am Montagabend Juan Orlando Hernández eine Haftanstalt in West-Virginia verlassen konnte. Der Ex-Präsident von Honduras war wegen Waffen- und Drogenhandels in den USA zu 45 Jahren Haft verurteilt. Die Freilassung bestätigte seine Ehefrau Ana García de Hernández am Dienstag auf X. García de Hernández schrieb: "Gott ist treu und lässt uns niemals im Stich! Gestern, Montag, der 1. Dezember 2025, erlebten wir einen Tag, den wir nie vergessen werden. Nach fast vier Jahren voller Schmerz, Warten und schwerer Prüfungen wurde mein Mann, Juan Orlando Hernández, dank der Begnadigung durch Präsident Donald Trump wieder ein freier Mann."
Trump hatte die Begnadigung bereits am vergangenen Freitag angekündigt (amerika21 berichtete). Laut eines Urteils aus dem Jahr 2024 ist Hernández durch die Annahme von Bestechungsgeldern für den reibungslosen Transport von 400 Tonnen Kokain in die USA verantwortlich, heißt es in einem Artikel von teleSUR. Weiter schrieb der Sender: "Hernández' Verbindungen zum organisierten Verbrechen bestehen schon seit langem." Im Prozess enthüllten wichtige Zeugen, wie der ehemalige Bürgermeister Alexander Ardón, dass Hernández bereits vor seiner Präsidentschaft in seiner Funktion als Abgeordneter Joaquín "El Chapo" Guzmán im Austausch gegen millionenschwere Bestechungsgelder einen überwachungsfreien Weg über die Grenze zu Nicaragua ermöglichte. Während seiner Präsidentschaft nutzte er staatliche Institutionen, darunter Polizei und Militär, um Drogenlieferungen zu schützen und Honduras laut Anklage in einen "Narko-Staat" zu verwandeln".
Ardón ist der ehemalige Bürgermeister von El Parasío im Departamento Copán, verbüßte in den USA selbst eine Haftstrafe wegen Drogenhandels und kehrte im April dieses Jahres nach Honduras zurück.
TeleSUR griff in dem Artikel auch die aktuelle Politik der Militäraktionen der US-Marine auf, die nach Angaben aus dem Weißen Haus der Bekämpfung des Drogenhandels dienten. "Trumps Begnadigung befreit nicht nur einen verurteilten Straftäter, sondern rehabilitiert auch politisch eine Person, deren Vergangenheit die aktuellen US-Rechtfertigungen für die Militärintervention in der Karibik völlig widerlegt. Während Verteidigungsminister Marco Rubio Ländern wie Venezuela und Kolumbien ein Fentanylproblem vorwirft, das sie nicht verursachen, und eine kostspielige Militäroperation startet, die Dutzenden zivilen Fischern als "Kollateralschaden" das Leben kostete, unterstützte er selbst ein Regime und war mit ihm verbunden, das nachweislich für die Einfuhr Hunderter Tonnen Kokain in die Vereinigten Staaten verantwortlich ist."
Die Freilassung von Hernández fällt in Honduras in die Phase der immer noch nicht vollständig ausgezählten Wahl vom Sonntag. Trump hatte sich deutlich für den Kandidaten Nasry Asfura von der Nationalen Partei, der auch Hernández angehörte, positioniert. In ersten Zwischenergebnissen hatte dieser tatsächlich vorn gelegen, nach dem letzten vom Wahlrat veröffentlichten Zwischenergebniss von Dienstag 17 Uhr Ortszeit zeichnet sich nun allerdings ein knapper Vorsprung von Salvador Nasralla von der Liberalen Partei ab, der mit 40,15 Prozent in Führung liegt. Asfura folgt mit 39,69 Prozent und einem Rückstand von knapp 10.000 Stimmen.
USAFrüherer Präsident von Honduras nach Trumps Begnadigung wieder frei
Der in den USA wegen Drogenhandels verurteilte frühere Präsident von Honduras, Hernández, ist aus der Haft entlassen worden.

Ihm wurde unter anderem vorgeworfen, Bestechungsgelder für Kokainlieferungen in die USA angenommen zu haben.